HEIDI (rechts) und Sohn RUDI (links)

HEIDIS Geschichte...

 

ist eine lange Geschichte und eine traurige noch dazu.

Sie beginnt irgendwann im Jahre 2008 oder 2009, als Menschen sich ein kleines Kaninchen anschafften. Bald aber hatten diese Menschen keine Lust mehr auf das Kaninchen, das schon lange nicht mehr klein und niedlich war, sondern ausgewachsen. Es machte nur noch Arbeit und der Tag kam, da keiner dieser Menschen mehr Lust hatte sich zu kümmern. Eine Entscheidung wurde getroffen - Heidi wurde in einem Streichelzoo "entsorgt".

 

So fand sich die Kaninchendame zwischen Ziegen, Hühnern, Enten und Meerschweinchen in einem matschigen Gehege wider. Es gab auch noch drei andere Kaninchen, eine weitere Dame und zwei unkastrierte Rammler. Heidis täglicher Kampf ums Überleben begann: Zwischen schimmligem Brot und verfaulten Gemüseresten noch etwas Fressbares finden, irgendwo ein trockenes Plätzchen ergattern und nicht von den Ziegen zu Tode getrampelt zu werden waren noch die leichteren Aufgaben.

 

Viel schwerer war es sich vor den ständigen Paarungsversuchen der Rammler zu retten, was natürlich nicht immer gelang. Wieviele Schwangerschaften Heidi hinter sich hat, das weiß nur sie selbst. Und wieviele Jungtiere überhaupt die ersten Tage überlebten ist ebenfalls etwas, was nur sie alleine beantworten könnte.

 

Gewiss ist, dass sie zum Zeitpunkt der Räumung tragend war, obwohl sie gerade erst geworfen hatte. Zwei Jungtiere waren schon erforen, von den anderen beiden schaffte es nur der kleine Rudi.

 

Für den zweiten Wurf fehlte Heidi die Kraft. Sie hatte keine Milch für die Kleinen, sodass Naomi, die andere Kaninchendame als Amme einspringen musste - ebenso wie wir. Diesmal hatten wir aber Glück und die Kleinen wurden alle groß!

 

Nach all den Strapazen war es um so schöner, dass wir für Heidi bald ein neues Zuhause fanden. Ein kastrierter Kaninchenmann sollte ihr Gesellschaft leisten und ein engagiertes neues Frauchen holte Heidi bei uns ab.

 

Leider währte ihr Glück nicht lange. Heidi bekam Abszesse. Am ganzen Körper - vornehmlich am Bauch. Ihre neue Besitzerin kapitulierte schon nach der ersten vorsichtigen Diagnose und brachte Heidi zu uns zurück.

 

Wir zögerten natürlich nicht und Heidi bekam, was sie brauchte - mehrere aufwändige und schmerzhafte OPs, die einer sorgfältigen und achtsamen Nachsorge bedurften. Bei Isabelle war Heidi also in den besten Händen!

 

Und weil unsere Heidi soviel durchmachen musste und uns einiges an Nerven, Zeit und Geld gekostet hat - darf sie nun auch bleiben. Zusammen mit Sohn Rudi und den anderen Hopplern hat sie bei Isabelle nun die Chance zu vergessen was war und zu lernen, dass es sie gibt. Menschen, die Respekt haben vor dem Leben und sei es auch noch so klein, die nicht aufgeben auch wenn es noch so aussichtslos erscheint und die bereit sind zu kämpfen auch für ein Kaninchen!

 

Leider war Heidi nur eine kurze Zeit bei Isabelle im Kaninchenparadies gegönnt. Eine weitere schwere Erkrankung war dann auch für unsere kleine Kämpferin zuviel und sie hat uns gen Regenbogen verlassen.

 

Mach es gut kleines Kämpferherz!