KÖRPER- UND LAUTSPRACHE

 

Körpersprache

 

Geduckte Haltung / Kopf auf Boden:
Das Meerschweinchen unterwirft sich ranghöheren Tieren oder auch dem Menschen bzw. stellt sich aus Angst tot.

 

Leichtes Anstupsen / Knabbern:
Neugier und Sympathiebeweis, das Meerschweinchen sagt "Hallo" und testet über das Beknabbern, ob es seinen Gegenüber kennt.

 

Energisches Stoßen mit dem Kopf (z.B. gegen die menschliche Hand):
Das Meerschweinchen will jetzt lieber in Ruhe gelassen werden, je nach Charakter kann ein eindeutiges Zwicken folgen.

 

Angespannte Sitzhaltung / schnelle Atmung:
Eindeutige Verteidigungshaltung, das Meerschweinchen steht extrem unter Stress.

 

Liegen mit ausgestreckten Beinen / auf der Seite: 
Entspannte Ruhehaltung. Aber selbst wenn die Augen geschlossen sind, ist das Meerschweinchen immer Flucht bereit und reagiert sofort wenn es gestört wird.

Männchen machen:
Das Meerschweinchen hat als Fluchttier gern alles im Blick, es ist aufmerksam und neugierig oder macht sich besonders groß und lang um an Futter zu kommen.

 

Urin verspritzen:
Weibchen halten sich so aufdringliche Böckchen oder andere Gruppenmitglieder vom Leib. Männliche Meerschweinchen markieren so an bestimmten Stellen ihr Revier.

 

Gähnen:
Meerschweinchen gähnen nach dem Ruhen, aber nicht immer. Oft erfolgt dies in einer Streckbewegung.

 

Lecken:
Gegenseitiges Abschlecken ist Dominanzverhalten. Das ranghöhere Tier "beleckt" das rangniedere Tier und macht so seinen Status klar. Es kann aber auch vorkommen, dass kranke Tiere von anderen Gruppenmitgliedern beleckt werden, das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es dem kranken Tier nicht gut geht.

 

Putzen:
Nach dem Ruhen oder Fressen putzen sich Meerschweinchen. Gegenseitiges Putzen kommt nur bei Müttern mit Babys vor, die ihre Kleinen am Anfang hin und wieder putzen. Adulte Tiere putzen sich nicht gegenseitig.

 

Kot fressen:
Meerschweinchen sind Loprophagen und nehmen ihren Kot (speziell Blinddarmkot) auf. So sind sie in der Lage aus karger Nahrung notwendige Vitamine aufzunehmen bzw. überhaupt verwerten zu können.

 

Gitterstäbe knabbern / Fellrupfen:
Oder auch bei anderen Stereotypen heißt es, das Tier langweilt sich, ist mit dem Platzangebot nicht einverstanden, einsam ohne Partner, mit der Gruppe/ dem eigenen Rang unzufrieden, krank oder vermutet außerhalb Futter. Um sicher zu gehen sollten alle genannten Punkte überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

 

Rennen und Springen:
Zeichen von Ausgelassenheit. Gerade junge Meerschweinchen kann man dabei beobachten wie sie von einer Ecke des Geheges in die andere flitzen. Machen mehrere Gruppenmitglieder mit sind sie meist im für Meerschweinchen typischen Gänsemarsch unterwegs - der Mutigste voraus, die anderen hinterher.

 

Eine Sonderform des Rennen und Springens ist das Popcornen. Das Meerschweinchen rennt, springt dabei in die Luft und quiekt. Vor allem Jungtiere drücken so ihre Lebensfreude aus, es kann aber auch als Übersprungshandlung als Reaktion auf eine Stresssituation auftreten.

 

Be-/Rammeln:
Meerschweinchen klären beim Berammeln die Rangordnung. Nicht immer hat dieses Verhalten einen sexuellen Hintergrund, auch weibliche Tiere besteigen sich gegenseitig, wenn sie paarungsbereit sind.


Lautsprache

Leises, entspanntes vor sich hin Mümmeln:
Das Tier ist zufrieden, hat gerade gefressen und ruht sich nun aus.

Starkes Zähneknirschen:
Sitzt das Tier angespannt da und zeigt Stresssymptome (schnelle Atmung, weit geöffnete oder auch zugekniffene Augen) hat es starke Schmerzen.

 

Lautes Quietschen:
Meerschweinchen "unterhalten" sich über weitere Strecken, kommt vor allem bei Müttern mit Babys vor, wenn die Kleinen mal den Anschluss verloren haben. Kann aber auch eine Unmutsäußerung sein in Zusammenspiel mit einem Urinspritzer in Richtung dessen, der das Tier verärgert hat.

Brommseln:
Das typische Geräusch, wenn Böcke ihre Mädchen umwerben und wenn sie Streitereien schlichten. Kann aber auch von weiblichen Tieren gezeigt werden, vor allem wenn diese gerade paarungsbereit sind. Meist in Zusammenhang mit einem markanten Wiegeschritt bei dem das Hinterteil hin und her wackelt. Das Geräusch dient somit der gegenseitigen Beruhigung und der Beschwichtigung des Gegenübers. In bestimmten Situationen brommseln Meerschweinchen aber auch, wenn sie sich erschrecken und der Laut dient dann der eigenen Beruhigung.

Schreien:
Haben Meerschweinchen Todesangst (manch stressvoller TA-Besuch kann das ebenfalls auslösen), schreien sie.

Pfeifen:
Typisches Geräusch in Verbindung mit der Fütterung. Es wird auch in der Regel nur dem Menschen gegenüber verwendet und hat keine Kommunikationsfunktion innerhalb der Gruppe, außer, dass alle anfangen zu pfeifen, wenn einer pfeift und sich so die anstehende Fütterung schnell bei allen Tieren herum "gesprochen" hat.

Zwitschern:
Ein Geräusch welches mal nach Maus, mal nach hysterischem Singvogel klingt. Es tritt vermehrt auf, wenn in der Gruppe Stress herrscht und dieser über das Zwitschern von einzelnen Tieren abgebaut wird. Manche Meerschweinchen scheinen aber auch einfach nur gerne zu zwitschern, ohne Grund.