KÖRPER- UND LAUTSPRACHE

Körpersprache

Geduckte Haltung / Ohren am Körper / Kopf auf Boden:
Das Kaninchen unterwirft sich ranghöheren Tieren oder auch dem Menschen.

 

Leichtes Anstupsen:
Neugier und Sympathiebeweis, das Kaninchen sagt "Hallo" oder möchte, dass Sie sich mit ihm beschäftigen.


Energisches Stoßen mit dem Kopf (z.B. gegen die menschliche Hand):
Das Kaninchen will jetzt lieber in Ruhe gelassen werden, je nach Charakter kann ein eindeutiges Zwicken folgen.


Angespannte Sitzhaltung bei angelegten Ohren / schnelle Atmung:
Eindeutige Verteidigungshaltung, das Kaninchen steht unter Stress.

 

Liegen mit ausgestreckten Beinen:
Entspannte Ruhehaltung. Aber selbst wenn die Augen geschlossen sind, ist das Kaninchen immer Flucht bereit und reagiert sofort wenn es gestört wird.

Naseblinzeln:
An der Kaninchen-Nase erkennt man seine Stimmung. Bewegt sich die Nase sehr schnell so ist das Kaninchen aufgeregt oder es liegt ein interessanter Geruch in der Luft. Ruht das Tier, kann man auch eine ganz ruhige Nasenbewegung beobachten. Bei tiefer Entspannung klappt die Nase teilweise sogar ganz zu.

Männchen machen:
Das Kaninchen hat als Fluchttier gern alles im Blick, es ist aufmerksam und neugierig und oft sind es die Rudelführer die für Sicherheit sorgen und sich einen genauen Überblick verschaffen durch häufiges Aufstellen auf die Hinterbeine.

 

Stampfen/Klopfen mit den Hinterläufen:
Es warnt seine Artgenossen, dass Gefahr droht. Es kann auch dem Stressabbau dienen oder ein Zeichen von starken Schmerzen sein.

 

Ohren drehen:
Kaninchen haben beinah einen 360° Rundumblick und auch ihre Ohren können sie nach Belieben in jede Richtung drehen um eventuell nahende Feinde schnell zu erkennen.

 

Kinn reiben:
Das Kaninchen markiert sein Revier, denn es besitzt eine Duftdrüse am Kinn.

 

Urin verspritzen:
Unkastrierte Rammler aber auch hitzige Weibchen markieren so ihr Revier. Es gibt Spritzer, die an Wänden bis 1m Höhe ihren Platz finden.

 

Wälzen:
Geht es dem Kaninchen gut und es ist entspannt, wälzt es sich auf dem Boden, im Anschluss kann ein Nickerchen folgen.

 

Wühlen:
Buddeln ist ein natürlicher Trieb und je nach Charakter mehr oder weniger
stark ausgeprägt. Kaninchen leben in Freiheit in größeren selbstgebuddelten
Tunnelsystemen. Hitzige Weibchen haben oft einen deutlich verstärkten
Buddeltrieb. Bietet man keine geeigneten Buddelboxen mit Spielsand an werden
Alternativen gesucht wie z.B die Kloschale.

 

Gähnen:
Kaninchen gähnen nach dem Ruhen, aber nicht immer. Oft erfolgt dies in einer Streckbewegung.

 

Lecken:
Das ist ein Zeichen von Zuneigung und ein wichtiger Bestandteil der Kaninchenkommunikation.

 

Putzen:
Nach dem Ruhen oder Fressen putzen sich Kaninchen selbst oder gegenseitig. Putzen sie einander ist das eine Art Liebesbeweis, dazu zählt vor allem das Ohrenputzen/ Augenputzen.

 

Kot fressen:
Kaninchen sind Koprophagen und nehmen ihren Kot (speziell Blinddarmkot) auf. So sind sie in der Lage aus karger Nahrung notwendige Vitamine aufzunehmen. Zuviel produzierter Blinddarmkot ist meist ein Zeichen für zu vitaminreiche Nahrung.

 

Gitterstäbe knabbern:
Oder auch bei anderen Stereotypen heißt es, das Tier langweilt sich, ist mit dem Platzangebot nicht einverstanden, einsam ohne Partner, mit der Gruppe/ dem eigenen Rang unzufrieden, krank oder vermutet außerhalb Futter. Um sicher zu gehen sollten alle genannten Punkte überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.


Rennen und Springen:
Zeichen von Ausgelassenheit. So spielen Kaninchen und zeigen ihre Freude. Sie rennen, springen, schlagen Haken und hüpfen "wie wild". Nach 5-10 Minuten ist es meist vorbei und das Kaninchen legt sich zum Ausruhen hin. Je älter die Tiere werden, desto seltener ist dieses Verhalten zu beobachten.


Be-/Rammeln:
Kaninchen klären beim Berammeln die Rangordnung. Nicht immer hat dieses Verhalten einen sexuellen Hintergrund, auch Häsinnen rammeln zur Rangfolgeklärung während einer Zusammenführung und auch in der Hitze.


Fellrupfen:
Weibchen rupfen sich Bauchfell aus um die Zitzen für den (eingebildeten) Nachwuchs frei zu legen und das Nest weich zu polstern. Nach einem Nackenbiss (z.B. Zusammenführung) kann der Eisprung beim Weibchen ausgelöst werden und dies verursacht eine Scheinschwangerschaft. Fellrupfen kann aber auch stereotypes, selbstverletzendes Verhalten sein, wenn grobe Haltungsfehler (Einzelhaltung, zu wenig Platz etc.) vorliegen.


Nest bauen:
Scheinschwangere Kaninchenweibchen bauen ein Nest aus Heu Stroh, Fell und anderen Sachen die sie als geeignet erachten (u.a. Socken, Handtücher, Papier) das Nest wird meist nach spätestens sieben Tagen nicht mehr beachtet und zerstört. Je häufiger ein weibliches Tier dieses Verhalten zeigt, desto eher sollte über eine Kastration nachgedacht werden um dem Tier unnötigen Stress zu ersparen und gesundheitlichen Risiken (z.B. Gebärmuttervereiterung) vorzubeugen.

Lautsprache

Leises, entspanntes Zähnemahlen:
In Verbindung mit einer entspannten Haltung, geschlossener Nase und Augen zeigt das Kaninchen seine momentane Zufriedenheit. Dieses "Knuspern" kann beim Ruhen, gegenseitigen Putzen oder Streicheln des Möhrengebers auftreten.


Starkes Zähneknirschen:
Sitzt das Tier angespannt da und zeigt Stresssymptome (schnelle Atmung, weit geöffnete oder auch zugekniffene Augen) hat es Schmerzen.


Fiepen:
Das Kaninchen hat Angst, ist verunsichert, meist nur bei sehr junge Tieren zu beobachten.


Brummen:
Das Böckchen rennt brummend um die Häsin rum, er umwirbt sie. Aber auch Weibchen umwerben in der Hitze das Böckchen ihrer Wahl.


Knuckern:
Futterneidische Tiere knuckern beim Fressen in der Gruppe vor sich hin. Sehr dominante Tiere brummen in diversen Situationen, die Unzufriedenheit auslösen auch Artgenossen oder den Menschen an.


Knurren:
Mit angelegten Ohren zeigt das, das Kaninchen ist aggressiv (z.B. wenn es geärgert wurde oder ein rangniederes Tier sich unerlaubt nähert) Es ist bereit für einen Angriff.


Schreien:
Haben Kaninchen Todesangst (manch stressvoller TA-Besuch kann das ebenfalls auslösen), schreien sie. Dieses Geräusch geht uns Menschen durch Mark und Bein.