Otilie, Olga, Otto & Oskar

Am 07.11.2016 informierte mich ein Landwirt aus Welschensteinach, dass er die wilden Katzen auf seinem Bauernhof kastrieren lassen möchte. Dies nahmen wir in Angriff. Er hatte aber auch noch 4 Babykatzen und wusste nicht, wohin damit. Kurzerhand entschloss ich mich, die Vier bei mir aufzunehmen. Sie wogen zwischen 450g und 550g und waren dementsprechend ca. 4 Wochen alt - das Geburtsdatum schätze ich daher auf den 10.10.2016. Die beiden Tiger sind weiblich, die Beiden mit weiß männlich. Sie sehen optisch gesund aus und erhalten heute Wurmkur  und eine Behandlung gegen Flöhe. Sie fressen schon selbständig.

 

09.11.2016 Die Kleinen werden recht schnell zahm und fauchen schon nicht mehr. Allerdings haben sie Durchfall und der Giardientest ist positiv.

 

10.11.2016 Der Durchfall wird immer schlimmer, ich ging daher in die Tierklinik und die Vier bekamen Infusionen unter die Haut gespritzt.

 

11.11.2016 Oskar, Otilie und Olga sind regelrecht apathisch, fressen kaum noch, haben blutigen Durchfall wie Wasser und gefallen mir gar nicht. Sie sind sogar schon ein bisschen dehydriert, daher gehe ich mit ihnen in die Tierklinik im Eichenbach. Dort stellt sich heraus, wovor ich schon immer ganz furchtbare Angst habe: Sie haben Parvovirose = Katzenseuche. Der Test im Kot ist positiv, die Krankheit ist eine Seuche, ein Virus und kann absolut tödlich verlaufen. Für mich geht die Welt unter! Das ist alles so furchtbar und so ungerecht und das Leben meiner vier Kleinen hängt am seidenen Faden. Sie schweben in Lebensgefahr, doch zum Glück habe ich die weltbeste Tierärztin Sandra Schnaidt an der Hand. Kurzerhand schiebt sie Otilie, Oskar und Olga einen Venenkatheter, um Infusion und Medikamente direkt in die Vene zu geben. Otto geht es die ganze Zeit über so gut, dass er das nicht braucht. Alle 3-4 Stunden brauchen die Kleinen von nun an Infusion, jeweils 5 ml, auch nachts. David, mein Freund, ist mir in dieser schweren Zeit eine große Stütze und hilft mit, wo er kann. Sie bekommen 5 Tage lang Antibiose, Feliserin-Serum, 2 Tage lang Interferon, 3 Tage lang Medikamente gegen die Übelkeit und Voluven HES, um das verlorene Blut zu ersetzen sowie Barium als Magenschutz. Mit dieser Medikation, aber vor allem mit der Infusion, geht es schnell bergauf…

Sie sind nicht mehr so dehydriert und fressen daher auch bald wieder von alleine. Allerdings geht das, was sie fressen, auf direktem Wege flüssig wie Wasser wieder zum Popo raus und sie sind ständig eingekackert. Mehrmals machen wir sie sauber, füttern sie als sie nicht fressen mit der Spritze, geben immer wieder Medizin ein und kommen an diesen Tagen eigentlich zu nix anderem mehr, als uns um unsere Intensivpatienten zu kümmern. Und siehe da, der Himmel meint es gut mit uns, die Mühe hat sich gelohnt, denn nach 3 Tagen ist der Kot ganz leicht breiig und nach 5 Tagen erkennt man bereits eine Form. Von nun an geht es streng bergauf, die Braunüle kann gezogen werden, die Kleinen nehmen wieder zu, sie spielen wieder und irgendwann ist der Durchfall tatsächlich weg.

Seit dem 16.11.2016 sind die Kleinen über den Berg und haben es geschafft.

 

19.11.2016 Den vier O’s geht’s wunderbar, sie wachsen und gedeihen, nehmen kräftig zu und holen auf, was sie bisher verpasst haben.

 

Der Schwarz-weiße ist Otto, der Tiger mit weiß Oskar und die Tigerle Otilie und Olga. Otto, Oskar und Otilie sind bereits reserviert.

04.12.2016 Unseren 4 O’s (Oskar, Otilie, Otto und Olga) geht es einfach wunderbar! Ich bin so dankbar, dass die Vier die Parvovirose gut überstanden haben und putzmunter sind. Sie spielen herrlich miteinander, haben alle mittlerweile die 1kg – Grenze geknackt und wachsen wie verrückt. Zum Glück bleibt auch immer wieder Zeit für eine Schmusestunde auf meinem Arm. Alle 4 Babys sind übrigens mittlerweile reserviert: Olga und Otilie dürfen zusammen ins neue Zuhause ziehen und Otto und Oskar ziehen in direkte Nachbarschaft zueinander. Das freut mich wirklich sehr, denn so ist keines meiner 4 O’s alleine...